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Sinn und Funktion von Religion

"Die Wahrheit einer Religion liegt nicht da, wo sie die Gläubigen vermuten"
(Emile Durkheim)

Menschliche Konstrukte und/oder kirchliche Dogmen können uns angesichts der Sinnlosigkeit des Daseins helfen, die unendliche Komplexität der Welt auf ein menschlich handhabbares Maß zu reduzieren. (sinngemäß Niklas Luhmann)

"Da sich alle Gläubigen in jeweils ihrem Glaube, in ihrer Religion wohl fühlen, gleich, welche spezifischen Merkmale diese Religion hat, muss es etwas anderes als dieses Merkmal sein, was sie zufrieden stellt" Es ist das genetisch verankerte Bedürfnis nach Sicherheit in jedem Menschen, das (auch) durch Religion befriedigt wird. (Dieter Brandt)

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Definitionsversuche des Begriffes "Religion"
- Der substanzialistische Religionsbegriff bezieht sich auf inhaltliche Merkmale von Religion, da die Definition vom Wesen der Religion abgeleitet wird und die wesentlichen Merkmale von Religion charakterisiert werden sollen. Er begreift Religion als …
Letzte Posts

Prozesse der Wahrnehmung und des Denkens

Was ist "denken"? ...

Hallpike im Bezug auf Piaget:
"Denken ist ein sich selbst regulierendes System, dass danach strebt, in ein Gleichgewicht mit seiner Umgebung zu kommen, indem es stabile Vorstellungen konstruiert, die die Veränderlichkeit und Schwankungen eben dieser Umwelt überwindet."

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Die kognitive Entwicklung des Menschens führt zu neuen Erkenntnisfähigkeiten und Erkenntnisinhalten. Die kognitiven Strukturen sind dabei Träger und Motor der kognitiven Evolution, wodurch diese auch als "Strukturgenese" bezeichnet werden kann. Es beschreibt den Vorgang, bei dem kognitive Strukturen neue kognitive Strukturen bilden.
Nach Theorie der Strukturgenese impliziert der Erkenntnisvorgang auch (gesellschaftliche) Interaktion.


Die kognitive Ontogenese besteht vorwiegend in der schrittweisen Transformation der Strukturformate, d.h.: der Veränderung der konstituierenden Eigenschaften der kognitiven Strukturen. Dadurch ist es möglich, ein und den …

Zuismus

Zuismus (Zuism) ist eine isländische Bewegung, die als Glaubensgemeinschaft zur Ausübung der sumerischen Religion auftritt, damit jedoch ihren Protest gegen die isländische Form einer Kirchensteuer, das sogenannte sóknargjald, zum Ausdruck bringen möchte.
Die Zúistar bezeichnen sich als „Plattform für ihre Mitglieder, eine Religion der alten Sumerer zu praktizieren“, bekennen sich aber dabei dazu, dass das eigentliche Ziel ihrer Organisation die Abschaffung von Gesetzen sei, die religiösen Organisationen Privilegien finanzieller oder anderer Art zukommen lassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zuismus

Am Anfang war der Glaube an alte sumerische Götter. Ihnen zu huldigen, hatten sich im kleinen Island über dreitausend Menschen zusammen gefunden - ungefähr ein Prozent der Inselbewohner. Ihrer religiösen Erweckung voraus ging eine landesweite Debatte über die dortige Kirchensteuer, das "Sóknargjald": Auf Island zieht der Staat Geld ein und weist es derjenigen weltanschaulichen Gru…

Neandertaler

Das Klima des südlichen Europa unterschied sich vor 2 Millionen Jahren kaum von jenem Afrikas. Durch Veränderung des Klimas und mitteleuropäischer Besiedlung entwickelte sich eine auf diese Umwelt abgestimmte Hominidenvariante: der Neandertaler.

Neandertaler und Homo sapiens trafen sich vor 80.000 Jahren im Nahen Osten und lebten dort dann rund 50.000 Jahre neben- oder vlt. miteinander, bis der Neandertaler vor 27.000 Jahren verschwand.

2,4 Mio. bis 730.000 Jahre, im Altpleistozän, 1. Besiedlung Europas
730.000 - 127.000: mittleres Pleistozän, Vorfahren der Neandertaler
127.000 - 27.000: Jungpleistozän, Neandertaler

Die Ante-Neandertaler-Periode ist vertreten durch Homo steinheimensis vor 400.000 - 180.000 Jahren und die Archeuléen-Werkzeuge. Der Frühe Neandertaler wird in den Zeitraum vor 180.000 - 90.000 Jahren eingeordnet und der "klassische" Neandertaler in den Zeitraum vor 100.000 - 27.000 Jahren. Zwischen 130.000 und 90.000 finden sich bei den Neandertalern dann auch W…

Offenbarung und Vision - tiefenpsychologische Betrachtung

Der jenseitige Bereich wird den Vorstellungen nach von geistigen (transzendenten) Wesen (Götter, Zwischenwesen, lebende Tote) bewohnt, welche durch bloßes Denken auf das Diesseits einwirken können ("Wunder"), die sich dem Menschen über Visionen und Träume mitteilen können ("Offenbarung") und die fähig sind, sich einen sichtbaren Körper zu nehmen ("Inkarnation").

Aus der Reflexion über das Offenbarte ging die Theologie hervor.
Dem archaischen Menschen war daran gelegen, sich nicht den Unwillen der transzendenten Wesen zuzuziehen, daher war er grundlegend religiös eingestellt und darauf ausgerichtet, unbedingt den Willen dieser Wesen zu beachten.

Seit der Entdeckung des Unbewussten, bzw. der "inneren Wahrnehmung" bezeichnen wir "Offenbartes" als Mythen: als historisch manifest gewordene Gestaltung des Unbewussten. Dabei entstand die Theologie dabei aus der Reflexion über das "Offenbarte".
Da in dem archaischen Weltbild die je…

Archäologischer Befund Israel/Juda

Zeit König biblische Darstellung archäologischer Befund 3500 - 2200 v.u.Z. - Frühe Bronzezeit Immer wenn in den Landwirtschaft betreibenden Siedlungen der Kanaanäer die Wirtschaft etwas zum Erliegen kam und kein Getreide mehr zum Handel über war, mussten die umliegenden Hirtennomaden Sesshaftigkeit annehmen, um zu ihrer gewohnten, aber sehr fettigen, Nahrung aus Milch (von Ziegen und Schafen) und Fleisch, das zusätzlich benötigte Getreide zu erhalten. So geschehen um 3500-2200 v.u.Z., um 2000-1550 v.u.Z. und um 1150-900 v.u.Z.. Aus der letzten Sesshaftigkeitsperiode heraus etablierte sich dann das frühe Israel. "Erzväter" 2. JT. v.u.Z. Abraham Gen.11-31: ...aus Ur in Chaldäa
Gen.12,8: ..., daß er Beth-El gegen Abend und Ai gegen Morgen hatte Erstmals werden die babylonischen Chaldäer unter Assurnasirpal II. um 883 v.u.Z.. erwähnt.
Ai (Chirbet et-tell) im 13. Jhr. v.u.Z. nicht bewohnt
Gen.11,28 - 31 gilt als Quelle "P" (also geschrieben von der nachexilischen Priestersch…

Kulturelles Gedächtnis

Kulturelles Gedächtnis ist ein von Jan Assmann und Aleida Assmann geprägter Begriff. Er bezeichnet „die Tradition in uns, die über Generationen, in jahrhunderte-, ja teilweise jahrtausendelanger Wiederholung gehärteten Texte, Bilder und Riten, die unser Zeit- und Geschichtsbewußtsein, unser Selbst- und Weltbild prägen.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelles_Ged%C3%A4chtnis

Vergangenheit entsteht nicht von selbst, sondern ist das Ergebnis einer kulturellen Konstruktion und Repräsentation; sie wird immer von spezifischen Motiven, Erwartungen, Hoffnungen, Zielen geleitet und von den Bezugsrahmen der Gegenwart geformt. (lt. Halbwachs)
Mensch und Gesellschaft erinnern sich nur an das, "was als Vergangenheit innerhalb des Bezugsrahmen einer jeweiligen Gegenwart rekonstruierbar ist", dass, was in der Gegenwart keine Bezugsrahmen mehr hat, wird vergessen, wobei die Vergangenheit fortwährend von dem sich wandelnden Bezugsrahmen der fortschreitenden Gegenwart her neu rekonstr…