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Sinn und Funktion von Religion

"Die Wahrheit einer Religion liegt nicht da, wo sie die Gläubigen vermuten"
(Emile Durkheim)

Menschliche Konstrukte und/oder kirchliche Dogmen können uns angesichts der Sinnlosigkeit des Daseins helfen, die unendliche Komplexität der Welt auf ein menschlich handhabbares Maß zu reduzieren. (sinngemäß Niklas Luhmann)

"Da sich alle Gläubigen in jeweils ihrem Glaube, in ihrer Religion wohl fühlen, gleich, welche spezifischen Merkmale diese Religion hat, muss es etwas anderes als dieses Merkmal sein, was sie zufrieden stellt" Es ist das genetisch verankerte Bedürfnis nach Sicherheit in jedem Menschen, das (auch) durch Religion befriedigt wird. (Dieter Brandt)

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Definitionsversuche des Begriffes "Religion"
- Der substanzialistische Religionsbegriff bezieht sich auf inhaltliche Merkmale von Religion, da die Definition vom Wesen der Religion abgeleitet wird und die wesentlichen Merkmale von Religion charakterisiert werden sollen. Er begreift Religion als …
Letzte Posts

Gotteserfahrungen im Alten Orient

Demut vor Gott und dem Feind zu vergeben
Die "Kutha-Legende", die etwa ab der altbabylonischen Zeit (1.Hälfte 2.Jt. v.u.Z.) tradiert wurde, beschreibt den altakkadischen Herrscher Naram-Sin erst als einen Mann mit eigenen Willen, der den göttlichen Wunsch missachtet, der seinen Irrtum aber erkennt, bevor er auf göttliche Unterstützung hoffen kann. Zudem enthält es am Ende (Z.172) eine Ermahnung an zukünftige Herrscher, dass diese ihren Feinden mit Güte entgegen kommen sollen.

Offenbarung Gottes im Traum
Laut Kabti-ilani-Marduk, dem vermutlichen Autor des Erra-Epos (8.Jhr. v.u.Z.), lies Gott ihn den Text im Traum, kurz vor dem Aufwachen sehen und der Autor schrien ihn dann sofort auf. Womit die Authentizität des Textes durch göttliche Herkunft und Inspiration gewährleistet wird. Die Betonung liegt dabei auf der Unverfälschtheit des Textes, da er sofort und unverändert nach der göttlichen Offenbarung aufgeschrieben wurde.

Gnädiger Gott
In "Der leidende Gerechte" (1.Jt.…

altorientalisch-alttestamentarischer Vergleich

Die Israeliten haben bis ins 8. Jhr. v.u.Z. hinein genau wie Phönizier, Kanaanitäer, Araber usw. die Gottheit auf oder bei besonderen Felsen, unter Bäumen, auf Bergen, an Quellen und vor Höhlen verehrt (Sinai, Zion, Höhen von Gibeon, hl. Baum von Sichem, hl. Brunnen von Beersaba). (E.S.)

Vergleich zeigen sich im kanaanitäischen Raum:
Ba´al-Hadad: „Herr Donner“, syro.-phönik. Sturm- u. Wettergott mit Wohnsitz auf Berg Sapan (> Ba´al-Sapon)

oder auch beim sumerischen du6-kù, dem "heiligen Hügel"

Genau wie für Phönizier und Kanaanitäer ist auch für Israel die einfachste Art des Altars der herbeigerollte, bzw. aufgerichtete Stein (vgl. 1.Sam.14,33), auch hier hat man den heiligen Baum durch eine Holzsäule - Aschera genannt (?) - ersetzt. Wie bei den Mohabitern hat man transportable Feuerherde Gottes, Ariel genannt, gefertigt. Versinnbildlichte man Jahwe im Bilde, so wählte man das im Alten Orient weit verbreitete Motiv des Stieres. (E.S.)

Die Bundeslade lässt sich vergleichen, mit…

LUCA (last universal common ancestor)

LUCA stellt das Bindeglied zwischen dem chemischen Ursprung des Lebens und den ersten freilebenden Zellen dar.
Das Leben begann in einer eisenreichen heißen Tiefseequelle. Dies ist das Ergebnis von Biologen um Prof. Dr. William Martin vom Institut für Molekulare Evolution der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Durch genetische Vergleiche heute lebender Zellen fanden sie die Eigenschaften von „LUCA“, dem gemeinsamen Vorfahren alles Lebens.
Nach einer neuen Düsseldorfer Studie lebte der gemeinsame Vorfahr allen Lebens (engl. last universal common ancestor, kurz LUCA) vor ca. 3,8 Milliarden Jahren an einer heißen Tiefseehydrothermalquelle.
https://www.laborpraxis.vogel.de/wie-und-wo-lebte-der-gemeinsame-vorfahr-allen-lebens-a-544842/


Bildquelle

Aus Luca entwickelten sich laut der Theorie alle heute existierenden Bakterien, Pilze, Pflanzen, Tiere und auch der Mensch. Seinen Energiebedarf deckte Luca aus einfachen chemischen Reaktionen und ohne Hilfe von Sonnenlicht.
http://www.zeit…

Prozesse der Wahrnehmung und des Denkens

Was ist "denken"? ...

Hallpike im Bezug auf Piaget:
"Denken ist ein sich selbst regulierendes System, dass danach strebt, in ein Gleichgewicht mit seiner Umgebung zu kommen, indem es stabile Vorstellungen konstruiert, die die Veränderlichkeit und Schwankungen eben dieser Umwelt überwindet."

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Die kognitive Entwicklung des Menschens führt zu neuen Erkenntnisfähigkeiten und Erkenntnisinhalten. Die kognitiven Strukturen sind dabei Träger und Motor der kognitiven Evolution, wodurch diese auch als "Strukturgenese" bezeichnet werden kann. Es beschreibt den Vorgang, bei dem kognitive Strukturen neue kognitive Strukturen bilden.
Nach Theorie der Strukturgenese impliziert der Erkenntnisvorgang auch (gesellschaftliche) Interaktion.


Die kognitive Ontogenese besteht vorwiegend in der schrittweisen Transformation der Strukturformate, d.h.: der Veränderung der konstituierenden Eigenschaften der kognitiven Strukturen. Dadurch ist es möglich, ein und den …

Zuismus

Zuismus (Zuism) ist eine isländische Bewegung, die als Glaubensgemeinschaft zur Ausübung der sumerischen Religion auftritt, damit jedoch ihren Protest gegen die isländische Form einer Kirchensteuer, das sogenannte sóknargjald, zum Ausdruck bringen möchte.
Die Zúistar bezeichnen sich als „Plattform für ihre Mitglieder, eine Religion der alten Sumerer zu praktizieren“, bekennen sich aber dabei dazu, dass das eigentliche Ziel ihrer Organisation die Abschaffung von Gesetzen sei, die religiösen Organisationen Privilegien finanzieller oder anderer Art zukommen lassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zuismus

Am Anfang war der Glaube an alte sumerische Götter. Ihnen zu huldigen, hatten sich im kleinen Island über dreitausend Menschen zusammen gefunden - ungefähr ein Prozent der Inselbewohner. Ihrer religiösen Erweckung voraus ging eine landesweite Debatte über die dortige Kirchensteuer, das "Sóknargjald": Auf Island zieht der Staat Geld ein und weist es derjenigen weltanschaulichen Gru…

Neandertaler

Das Klima des südlichen Europa unterschied sich vor 2 Millionen Jahren kaum von jenem Afrikas. Durch Veränderung des Klimas und mitteleuropäischer Besiedlung entwickelte sich eine auf diese Umwelt abgestimmte Hominidenvariante: der Neandertaler.

Neandertaler und Homo sapiens trafen sich vor 80.000 Jahren im Nahen Osten und lebten dort dann rund 50.000 Jahre neben- oder vlt. miteinander, bis der Neandertaler vor 27.000 Jahren verschwand.

2,4 Mio. bis 730.000 Jahre, im Altpleistozän, 1. Besiedlung Europas
730.000 - 127.000: mittleres Pleistozän, Vorfahren der Neandertaler
127.000 - 27.000: Jungpleistozän, Neandertaler

Die Ante-Neandertaler-Periode ist vertreten durch Homo steinheimensis vor 400.000 - 180.000 Jahren und die Archeuléen-Werkzeuge. Der Frühe Neandertaler wird in den Zeitraum vor 180.000 - 90.000 Jahren eingeordnet und der "klassische" Neandertaler in den Zeitraum vor 100.000 - 27.000 Jahren. Zwischen 130.000 und 90.000 finden sich bei den Neandertalern dann auch W…

Offenbarung und Vision - tiefenpsychologische Betrachtung

Der jenseitige Bereich wird den Vorstellungen nach von geistigen (transzendenten) Wesen (Götter, Zwischenwesen, lebende Tote) bewohnt, welche durch bloßes Denken auf das Diesseits einwirken können ("Wunder"), die sich dem Menschen über Visionen und Träume mitteilen können ("Offenbarung") und die fähig sind, sich einen sichtbaren Körper zu nehmen ("Inkarnation").

Aus der Reflexion über das Offenbarte ging die Theologie hervor.
Dem archaischen Menschen war daran gelegen, sich nicht den Unwillen der transzendenten Wesen zuzuziehen, daher war er grundlegend religiös eingestellt und darauf ausgerichtet, unbedingt den Willen dieser Wesen zu beachten.

Seit der Entdeckung des Unbewussten, bzw. der "inneren Wahrnehmung" bezeichnen wir "Offenbartes" als Mythen: als historisch manifest gewordene Gestaltung des Unbewussten. Dabei entstand die Theologie dabei aus der Reflexion über das "Offenbarte".
Da in dem archaischen Weltbild die je…